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Teil 1: Warum uns das derzeitige Kompensationsmodell im Stich lässt

21.6.2023

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Bild von Claire Ellicott

Claire Ellicott

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Verheerende Waldbrände

Im Jahr 2023 haben Waldbrände in Europa fast 500 Tausend Hektar Land verbrannt und schätzungsweise mindestens 20 Millionen Tonnen Co2 in die Atmosphäre ausgestoßen. Da die globalen Temperaturen steigen und der Klimawandel die Dürren verschärft, den Schnee auf den Berggipfeln verringert und Gewitter zunehmen, werden diese Waldbrände immer länger und wütender. Eine direkte Ursache für die Erwärmung des Klimas sind die Treibhausgase, die durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen, Kohle, Öl usw. in unsere Atmosphäre emittiert werden.

Im Pariser Abkommen ist festgelegt, wie wir die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzen und die Menge der vom Menschen verursachten Treibhausgase verringern können. Das fehlende Monitoring, die mangelhafte Bilanzierung und die fehlende Berichterstattung über diese Treibhausgase führen jedoch zu unklaren Vorgehensweisen. Wenn wir für diese Emissionen auf eine angemessene Art und Weise Verantwortung übernehmen), können wir einen echten Beitrag zum Schutz unseres Planeten leisten. Der erste Schritt besteht darin, zu verstehen, warum "klimaneutral" zu sein oft nicht die erforderliche Klimawirkung hat.

Warum Kompensation alleine uns nicht weiterbringt

Im Jahr 1997 wurde das Kyoto-Protokoll zur Verringerung der Treibhausgasemissionen verabschiedet. An diesem Punkt entstand die Idee, Emissionen durch Kompensationen zu verringern. Das Kyoto-Protokoll weckte die Sorge darüber, wie viele Emissionen in unsere Atmosphäre gelangen. Allerdings führte das eine "Tonne für Tonne"-Mentalität für Unternehmen ein, die nicht mit den Nachhaltigkeitszielen des Pariser Abkommens übereinstimmt. Wenn wir in der Lage sind, von dieser aktuellen Denkweise der Kompensation abzuweichen und Klimaprojekte zu unterstützen, die eine echte Wirkung haben, können wir das volle Potenzial der Projekte für den Klimaschutz freisetzen.

Der Weg zur "Klimaneutralität" ist nicht genug

Das Problem mit der Klimaneutralität ist, dass genau diese "Neutralität" schwer zu definieren, zu messen und zu beweisen ist. Dies führt zu Verzögerungen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen und Emissionen bis hin zu einer wahrheitsgemäßen "Klimaneutralität" durch Kompensation.

Greenwashing-Vorwürfe

Im Rennen um "Net Zero" war es wichtiger zu behaupten, klimaneutral zu sein - und die Kompensationskosten in einen PR-Gewinn zu verwandeln. Unternehmen, die sich selbst oder ihre Produkte und Dienstleistungen bereits als klimaneutral bezeichnen, werden zunehmend des Greenwashings bezichtigt. Unter Greenwashing versteht man die Behauptung von Unternehmen, dass ihre Produkte und/oder Dienstleistungen positive Auswirkungen auf die Umwelt haben, wobei es sich oft um leere Behauptungen ohne glaubwürdige Beweise für die Umweltverantwortung handelt. Durch diese Taktik wird ein falscher Eindruck von Nachhaltigkeit erweckt, ohne dass ein substanzielles Engagement für umweltfreundliche Praktiken vorliegt.

Solche Aktionen sind für die Verbraucher irreführend und wirken sich auf Unternehmen und Organisationen aus, die sich dem Vorwurf des "Greenwashing" ausgesetzt sehen und dadurch das Misstrauen der Kunden erregen (z. B. die FIFA im Jahr 2022). Die EU Green Claims Direktive verbietet nun generische “net-zero” Behauptungen, die rein auf Offset-Credits basieren. Solche Behauptungen müssen nun mit rigorosen wissenschaftlichen Beweisen untermauert werden.

Zweck der Verordnung ist es, Konsumenten vor "Greenwashing" zu schützen und Unternehmen Anreize zu bieten, echte Reduktionen in Verbindung mit Investitionen in hochwertige Kohlenstoffprojekte vorzunehmen.

Emissionsgutschriften als Handelsware

Ein Ergebnis des Kyoto-Abkommens ist, dass anstelle von echten Reduktionen argumentiert wurde, es sei egal, wo auf der Welt diese Emissionen reduziert werden. Wenn Unternehmen ihre Klimaschutzmaßnahmen "auslagern" und keine Verantwortung übernehmen, sondern nur die billigsten Gutschriften kaufen, die verfügbar sind - und die Zulieferer ebenfalls riesige Mengen an Gutschriften erstellen (damit sie diese niedrigen Preise anbieten können) - können die Gutschriften als Ware betrachtet werden ("Race to the bottom").

Was sich Unternehmen vor der Kompensierung von Emissionen fragen sollten: Wie lange wird der Kohlenstoff in diesem speziellen Projekt gebunden werden? Verbessert dieses Projekt die biologische Vielfalt? Werden Gutschriften für Maßnahmen ausgestellt, die bereits stattgefunden haben, oder erfolgt die Bindung in der Zukunft? Setzt das Projekt eine konservative Baseline an? Die Übermäßige Ausstellung von Gutschriften ist eines der Hauptprobleme in naturbasierten Projekten. Die Preise für diese Gutschriften schwanken ebenso wie das Qualitätsniveau und der Wirkungsgrad der Maßnahmen. Dennoch können fast alle Gutschriften als anrechenbar eingestuft werden, auch wenn die Gültigkeit der Gutschrift nicht eindeutig ist. Dies führt dazu, dass die Qualität der Gutschriften in Frage gestellt wird. Freiwillige Standards und Gesetze holen diese Probleme ein. Initiativen wie die EU CRCF, ICVCM, VCMI, SBTi, GRI und andere fordern transparentere Berichterstattung und regeln die Verwendung und insbesondere die Ausstellung von Gutschriften.

Treibhausgasbilanzierung ist nicht eindeutig

“Klimaneutralität" ist eine Behauptung, die von vielen Unternehmen gerne verwendet wird. Auf den Etiketten der Kleidung, die wir kaufen, oder auf Lebensmittel-Etiketten im Supermarkt sind immer mehr Labels zu sehen, die diese Neutralität versprechen. Woher wissen diese Unternehmen, ob ihre Produkte wirklich klimaneutral sind, und wie bestimmen sie die zu kompensierende Emissionsmenge?

Die Berechnung des CO2-Fußabdrucks ist eine oft schwierige Aufgabe, insbesondere wenn es um die Bewertung der Umweltauswirkungen verschiedener Produkte geht. Faktoren wie Produktionsmethoden, Transport und geografische Herkunft spielen alle eine Rolle bei der Bestimmung der mit einem Produkt verbundenen Gesamtemissionen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass sich diese Dienstleistungen in der Regel auf die Bereiche 1 und 2 des Treibhausgasprotokolls konzentrieren, die in erster Linie die Emissionen berücksichtigen, die auf dem Firmengelände entstehen. Andere wichtige Elemente wie Anbau, Düngung, Landnutzungsänderungen, Transport und vor- und nachgelagerte Emissionen (Scope 3) werden bei diesen Berechnungen möglicherweise nicht berücksichtigt. Werden die gesamten Treibhausgase nicht in allen Bereichen berücksichtigt, kann dies dazu führen, dass weniger Emissionen kompensiert werden, als ein Unternehmen tatsächlich in die Atmosphäre abgibt.

Was nun? Zusammenfassung und Ausblick

  • Falsche Behauptungen über "Klimaneutralität" führen oft zu Misstrauen bei den Kund:innen

  • Unternehmen sollten recherchieren, woher ihre Gutschriften stammen, und nicht einfach in die billigsten verfügbaren Gutschriften investieren - diese Gutschriften können eine unzureichende Umweltwirkung haben

  • Die Treibhausgasbilanzierung ist unklar und führt dazu, dass die falsche Menge an Emissionen, die ein Unternehmen tatsächlich ausstößt, kompensiert wird

In unserem nächsten Blogbeitrag diskutieren wir den neuen Ansatz eines verantwortungsvollen Klimaschutzbeitragsmodell. Ein Beitrag zum Klimaschutz bedeutet, sich auf die Zukunft zu konzentrieren, das Gedeihen unseres Planeten zu sichern und das Wiedergutzumachen, was bereits verloren gegangen ist. Beim Beitragsmodell geht es darum, den Klimaschutz mit qualitativ hochwertigen Projekten voranzutreiben, während sich die Kompensation auf die Behauptung von Klimaauswirkungen wie "klimaneutral" konzentriert.

Hier geht es zu Teil 2