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Drohnenfoto Wald

Unsere Methodik

Vom Kohlenstoffkreislauf über die ISO-Norm zur Voluntary Emission Reduction (VER). Wie funktioniert die Methodik SILVACONSULT® Carbon Standard?

Der Kohlenstoffkreislauf des Waldes

Naturbasierte Kohlenstoffprojekte liegen dem natürlichen Kohlenstoffkreislauf zugrunde. Auf den Wald bezogen bedeutet das, dass das CO₂ der Luft durch Photosynthese in organischem Material (C₆H₁₂O₆) gebunden wird. Diese Senke steht im Gegensatz zu CO₂-Quellen (z.B. Zersetzung der Biomasse), die ihrerseits CO₂ in die Atmosphäre emittieren. Der Wald ist sowohl Senke, als auch Quelle.

Im Naturwald der temperierten Zonen halten sich Zuwachs und Zerfall der Baumbiomasse überwiegend die Waage - weswegen er als "neutral" gilt. Wird ein Wald nachhaltig bewirtschaftet, verkürzt sich der Zerfallszyklus, bzw. verringert sich die Zerfallsmenge gegenüber dem Naturwald erheblich. Dadurch wird der Wald zu einer Senke. Durch die Nutzung der entnommen Biomasse in möglichst langlebige Holzprodukte können hier zusätzliche Emissionsreduktionseffekte erzielt werden.

Icon Fotosyntese
Icon Baum
Icon Kohlenstoffkreislauf

Die Systeme und Märkte zur Erreichung der EU Klimaziele

Zum Erreichen der im Rahmen des Kyoto-Protokolls vereinbarten internationalen Reduktionsziele, haben die Europäische Union sowie eine Reihe von Ländern Emissionshandelssysteme zur Reduktion klimaschädlicher Gase eingeführt.

EU Emission Trading System (ETS)

Das EU-Emissionshandelssystem funktioniert nach einem "Cap and Trade" Verfahren und stellt ind er EU den regulierten CO₂-Markt dar. Den emissionsintensivsten Unternehmen der EU wird jedes Jahr eine gewisse Menge an Emissionsberechtigungen zugewiesen. Wird mehr emittiert als berechtigt, dann muss für die Menge darüber bezahlt werden.

EU Flagge
Tree.ly Logo

Freiwilliger CO₂ Markt

Die Methodik SILVACONSULT® Forest Carbon Standard wird von Tree.ly aktuell nur im freiwilligen Markt angewandt. Damit Unternehmen Gutschriften von Tree.ly erhalten können, müssen diese einen Reduktionsplan der Emissionen vorlegen. Zusätzlich wird den Unternehmen aufgezeigt, was Sie mit den Gutschriften kommunizieren dürfen und was nicht. Dadurch werden freiwillig höhere Standards gesetzt.

Der SILVACONSULT® Forest Carbon Standard

Die Methodik SILVACONSULT® Forest Carbon Standard zielt darauf ab, die biologische Sequestrierung von Kohlenstoff im Wald durch verpflichtende angepasste Bewirtschaftung und/oder verpflichtenden Nutzungsverzicht zu fördern. Durch die Differenz zwischen Projekt- und Referenzszenario wird die zusätzliche Speicherleistung festgesetzt und in Gutschriften honoriert.

Unsere Methodik der Wahl

Entwickelt von unserem Partner SILVACONSULT® AG, stellt die speziell für boreale und temperierte Zonen konzipierte Methodik SILVACONSULT® Carbon Standard einen branchenweit anerkannten Standard dar.
Logo Silvaconsult
Logo TÜV Nord

Wissenschaftlich validiert

TÜV Nord bestätigt Erfolg im September 2022

Die Methodik SILVACONSULT® Carbon Standard wurde im September 2022 vom TÜV Nord erfolgreich validiert, was die wissenschaftliche Korrektheit und Zuverlässigkeit unseres Ansatzes unterstreicht. Die Validierung bestätigt die Machbarkeit von Klimaschutzprojekten im Wald gemäß den Standards der ISO 14064-2:2019.

Aufbau der Methodik

Referenzszenario (Baseline)

Grundsätzlich stellt das Referenzszenario dar, wie sich die Treibhausgasemissionen ohne das umzusetzende Klimaschutzprojekt entwickeln würden. In der Methodik SILVACONSULT® Forest Carbon Standard wird individuell für jedes Projekt ein oberer und unterer Modellwert für die durchschnittlich stehende Baumbiomasse, oder auch den stehenden Vorrat pro Hektar [Vfm/ha] errechnet. Diese Modellwert-Bandbreite stellt die laut Forstwissenschaft optimale Vorratshaltung für die jeweilige Projektfläche dar. Der untere Modellwert errechnet sich aus einem Normalvorrat, welcher mit regional gültigen Ertragstafeln, Bedingungen aus den forstlichen Wuchsgebieten, Baumarten, Bonitäten und Bewirtschaftungsformen ermittelt wird. Der obere Modellwert ermittelt sich aus der Multiplikation der Normalvorrats mit einem Faktor, welcher abhängig von waldbaukundlichen Annahmen und Planungen für die kommenden 30 Jahre, sowie einer Risikoanalyse  für die Projektfläche festgestzt wird. Das Referenzszenario muss sich in Projekten mit angepasster Bewirtschaftung immer zwischen dem unteren und oberen Modellwert befinden und ist vom Projekttyp abhängig (siehe Projekttypen).

Drone Shot
Baumkrone Foto

Oberer Modellwert und Projektszenario

Das Projektszenario beschreibt, wie sich die Treibhausgasemissionen mit der Umsetzung des Klimaschutzprojekts entwickeln werden. In der Methodik SILVACONSULT® Forest Carbon Standard hängt dies vom aktuell durchschnittlich stockenden Vorrat der stehenden Baumbiomasse ab [Vfm/ha]. Je nachdem, ob dieser aktuelle durchschnittliche Vorrat zwischen den beiden Werten, oder oberhalb der Werte liegt, ist ein Vorratsaufbau, oder -Erhalt möglich. Durch den Umrechnungsfaktor von Vfm in tCO₂ wird von der Entwicklung im Wald auf die Treibhausgasentwicklung geschlossen. Die Werte dafür stammen aus den nationalen Treibhausgasbilanzen und der individuellen Baumartenverteilung auf der Projektfläche.

Froschperspektive in die Baumkronen

Die Projekttypen

Für die Projektoptionen wird der aktuelle durchschnittliche Vorrat pro Hektar mit den unteren und oberen Modellvorräten verglichen. Je nachdem kann einer der folgenden Projekttypen oder eine Kombination daraus definiert werden.

Vorratsaufbau

Liegt der aktuelle Vorrat auf dem unteren, bzw. zwischen dem unteren und oberen Modellwert kann ein Vorratsaufbau festgelegt werden. Dabei kann sich der/die Waldbesitzer:in zu einem Aufbau des durchschnittlichen Vorrats bis maximal zum oberen Modellwert in Abstimmung mit seinen Waldbauplänen verpflichten. Diese Verpflichtung besteht über 30 Jahre und die Differenz zwischen Zielvorrat und dem aktuell durchschnittlich stockenden Vorrat [Vfm/ha] ergibt die geplante Senkenleistung. Die tatsächliche Senkenleistung wird jährlich durch die Holzeinschlagsmeldung und den Zuwachs ermittelt und als Gutschriften zertifiziert. Ein Aufbau über den oberen Modellwert wird als Klimaschutzleistung nicht entlohnt.
Graphik Vorratsaufbau

Vorratserhalt

Liegt der aktuelle Vorrat über dem oberen Modellwert, bzw. zwischen den Modellwerten, kann ein Vorratserhalt festgelegt werden. Dabei wählt der Waldbesitzer einen Verpflichtungsvorrat zwischen unterem und oberen Modellwert, unter den der aktuelle durchschnittliche Vorrat pro Hektar 30 Jahre lang nicht fallen darf. Die Differenz zwischen Verpflichtungsvorrat und dem unteren Modellwert ergibt die Senkenleistung. Durch die jährliche Holzeinschlagsmeldung und den jährlichen Zuwachs wird festgestellt, ob die Verpflichtung eingehalten wurde.
Graphik Vorratserhalt

Zusätzlichkeit, Leakage und Permanenz

Zusätzlichkeit

Bei der Durchführung von Klimaschutzprojekten muss bewiesen werden, dass das Vorhaben zu zusätzlichen Emissionseinsparungen führt und nicht ohnehin (auch ohne dem Verkauf von Emissionsgutschriften) umgesetzt würde. Beispielsweise wird durch weniger Holznutzung und einer Verlängerung von Umtriebszeiten der durchschnittliche Vorrat auf der Projektfläche langfristig erhöht. Im Rahmen unserer Klimaschutzprojekte kann sich der/die Waldbesitzer:in entweder: A) Dazu verpflichten einen bestimmten Vorrat innerhalb der definierten Modellwerte über die Projektlaufzeit zu erhalten oder B) Einen Zielvorrat in einer definierten Zeit innerhalb der Modellwerte aufzubauen. Die Unterscheidung zwischen A) "carbon conservation" und B) "carbon removal" wird auch im Pariser Klimaschutzabkommen vorgenommen.

Foto Martin Bertsch mit Forstpflanze
Foto steiler Waldhang

Leakage

Unter Leakage versteht man die Verlagerung von Treibhausgasemissionen. Diese tritt auf, wenn auf Grund der Durchführung eines Klimaschutzprojektes an anderer Stelle Emissionen entstehen und damit zu vermeidende Emissionen (teilweise) doch auftreten. Diese Risiken bestehen vor allem bei Wald- oder Landnutzungsprojekten. Ein Beispiel dafür wäre, wenn durch eine Aufforstung von Weideland an anderer Stelle Wälder gerodet werden, weil neue Weideflächen benötigt werden. Generell wird zwischen internem und externem Leakage unterschieden. Tree.ly vermeidet internes Leakage, indem ein Waldeigentümer seinen gesamten Wald im Projekt berücksichtigen muss. Das Ausnehmen von Flächen ist möglich, muss aber begründet werden und es muss konservativ in Bezug auf die C-Bilanz sein. Externes Leakage wird vermieden indem darzulegen ist, ob die nationale Nutzungsmenge des Landes, in dem das Projekt liegt, niedriger ist als das Nutzungspotenzial. In diesem Fall ist Leakage mit Null anzunehmen. Andernfalls ist ein Leakage von 10 % in Abzug zu bringen.

Permanenz und Risikopuffer

Eine Emissionseinsparung muss dauerhaft sein. Die Permanenz unserer Projekt ist durch eine definierte Projektlaufzeit von mindestens 30 Jahren für Wirtschaftswälder und 50 Jahre für Waldreservate abgesichert. Bei Waldprojekten existieren Risiken wie beispielsweise Windwürfe, Schädlingsbefall oder Dürre. Diesem Risiko wird durch einem Puffer begegnet, der 10 % der Kohlenstoffgutschriften in einen solidarischen, projektübergreifenden Risikopool fließen lässt. Dieser gleicht Schäden im Falle von Schadereignissen höherer Gewalt aus.

Foto Marie im Wald