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Ein Tree.ly Guide: SBTi und Science Based Targets

23.2.2024

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Bettina Fuhrmann

Bettina Fuhrmann

Moos

Ein paar Hard Facts für den Einstieg:

Aktuelle Daten legen offen, dass bis zu diesem Jahr 7.685 Unternehmen Science Based Targets zur Emissionsreduktion nach dem SBTi Rahmen gesetzt haben. Davon wurden bisher 4.601 offiziell von der SBTi (Science Based Targets Initiative) anerkannt. Im Vergleich zum Jahr 2023 ergibt das 1.771 Unternehmen mehr, die SBTi folgen, wovon gesamt 106 Unternehmen aus Deutschland stammen und damit einen gesamten Anstieg von 1.329 offiziell bestätigter science based targets.

SBTi meldete im Jahresbericht 2021, dass die Unternehmen, die sich mit ihrer Methode validierte Ziele gesetzt haben, gemeinsam eine Marktkapitalisation von $38 Billionen haben und damit etwa ein Drittel des globalen Marktwertes darstellen. Insgesamt wurden 2021 durch diese Unternehmen 1,5 Milliarden Tonnen CO₂ nach dem SBTi Standard erfasst, womit allein in diesem Jahr CO₂-Emissionen um rund 53 Millionen Tonnen reduziert wurden.

Die Zahlen sprechen für sich: Immer mehr Unternehmen entscheiden sich glaubwürdige Ziele für den Klimaschutz zu setzen, indem sie wissenschaftsbasierte Ziele (SBTs) verfolgen und dazu den Standard der Science-Based Target Initiative (SBTi) heranziehen. Unterstützt von renommierten Organisationen wie CDP, dem UN Global Compact, WRI und WWF, bietet die SBTi einen strukturierten und glaubwürdigen Weg für Unternehmen, sinnvolle und umsetzbare Emissionsreduktionsziele im Einklang mit dem Pariser Abkommen zu setzen.

In diesem Blogpost sprechen wir über:

  • Kurz erklärt: Science based targets und das SBTi Framework.

  • Der SBTi Corporate Net-Zero Standard und was sich 2024 ändern wird.

  • Warum Waldklimaschutzprojekte als BVCM-Investition nach SBTi geeignet sind: Lesen Sie mehr darüber, wie Tree.ly Projekte in den SBTi Rahmen passen und was es als nächsten Schritt zu tun gilt.

Was ist SBTi ? Wie ist das Framework aufgebaut?

Die Science-Based Target Initiative (SBTi) ist eine Kooperation zwischen dem CDP, dem UN Global Compact, dem World Resources Institute (WRI) und dem World Wide Fund for Nature (WWF). Diese Initiative definiert und unterstützt Best Practices zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen (THG). Unternehmen bekommen dabei technische Unterstützung, um wissenschaftsbasierte Ziele (SBTs) zu erklären. Durch den SBTi Net-Zero Standard definieren sie einen wegweisenden Rahmen zur Festlegung von Netto-Null-Zielen durch Unternehmen.

Vereinfacht gesagt, macht die Science-based-targets Initiative (SBTi) folgendes:

  • Beschreibt und unterstützt optimale Strategien zur Reduktion von THG, um das Ziel von Netto-Null im Kontext wissenschaftsbasierter Klimaschutz-Maßnahmen zu erreichen

  • Bietet Methoden und Erkenntnisse an, damit Unternehmen Emissionsreduktionsziele festlegen können.

  • Verfügt über ein Team von Spezialisten und Wissenschaftlern, die unvoreingenommene Bewertungen und Verifizierungen von wissenschaftsbasierten Zielen durchführen.

Wie passt das Framework in das Net-Zero Goal?

Der Corporate Net-Zero Standard: Im Oktober 2021 veröffentlichte die SBTi den Corporate Net-Zero Standard, der Unternehmen Leitlinien, Kriterien und Empfehlungen bietet, um langfristige Klimaziele festzulegen, die mit dem übergeordneten Ziel übereinstimmen, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen. Beide Grafiken visualisieren das grundlegende Prinzip des SBTi Net-Zero Standards: die Hierarchie der Emissionsreduktion und eine klare Empfehlung zur Vorgehensweise bei der Zielsetzung für Unternehmen. Der Standard baut auf der bestehenden Methodik der SBTi auf, die es Unternehmen ermöglicht, kurzfristige Emissionsreduktionsziele festzulegen, und definiert drei notwendige Schritte in Richtung Net-Zero (siehe Grafik).

Abatement-BVCM-Neutralization@2x.jpg

Unternehmen können erst dann behaupten, Net-Zero erreicht zu haben, wenn langfristige, wissenschaftsbasierte Ziele für alle Bereiche erfüllt sind und verbleibende Emissionen kontinuierlich neutralisiert werden.

  • Schritt 1: “Abatement”-was heißt das?

Das “Bare Minimum” zur Reduktion in Richtung Net-Zero liegt innerhalb der Wertschöpfungskette von Unternehmen. SBTi veranschaulicht durch den hier grün dargestellten Bereich, welche Emissionen zielführend innerhalb kurzfristiger und langfristiger Zielsetzungen berücksichtigt werden müssen. Kurzfristig bedeutet das: Unternehmen müssen 5-10 Jahres-Ziele setzen, um Emissionen innerhalb ihrer Wertschöpfungskette im Einklang mit dem Weg zum globalen Net-Zero Ziel zu setzen. Sie müssen langfristige science based targets setzen, um Emissionen innerhalb der Wertschöpfungskette bis spätestens 2050 auf ein Restniveau im Einklang mit dem 1,5°C-Szenario zu reduzieren.

  • Schritt 2: Beyond value chain mitigation

Beyond value chain mitigation betrifft jegliche Zielsetzungen zu Emissionsredutkionen, die außerhalb der Wertschöpfungskette eines Unternehmen liegen. SBTi ermutigt Unternehmen ausdrücklich in sofortige, konsequente Maßnahmen (siehe grauer Bereich in der Grafik) zu investieren, um über das “bare minimum” hinauszugehen. BVCM Zielsetzungen sind auf dem Weg Richtung Net-Zero unabdingbar, auch wenn sie freiwillig sind, ebenso wie der nächste Schritt darüber hinaus.

  • Schritt 3: Neutralization

Der letzte unbedingt notwendige Schritt in Richtung Nachhaltigkeit heißt Neutralisation: Unternehmen müssen die Klimaauswirkungen jeglicher verbleibender, Emissionen, die sich außerhalb der Wertschöpfungskette befinden, im Netto-Null-Zieljahr und aller danach in die Atmosphäre freigesetzten THG-Emissionen durch dauerhafte Entfernung und Speicherung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu neutralisieren. In diesen Bereich fallen vor allem naturbasierte Lösungen zur effizienten Kohlenstoffbindung und -speicherung durch beispielsweise (regionale) Wälder und deren nachhaltige Bewirtschaftung.

Kriterium (C12) und Empfehlung (R9) - zwei besonders relevante Regelungen durch SBTi, die Sie kennen sollten:

SBTi gibt im Net-Zero Standard klare Empfehlungen wie CO₂-Credits innerhalb der Richtlinien korrekt in ein Nachhaltigkeitsreporting aufgenommen werden können. Die maßgebenden Regeln dazu sind durch das Kriterium (C12) und die Empfehlung (R9) definiert:

  • C12: Die Verwendung von Emissionsgutschriften darf nicht als Emissionsreduzierung für die Erreichung der kurzfristigen oder langfristigen wissenschaftlich fundierten Ziele der Unternehmen angerechnet werden. Sie dürfen nur als eine Option verwendet werden, um Restemissionen, die nicht vermieden werden können, auszugleichen oder um zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen zu finanzieren, die über die festgelegten Ziele hinausgehen.

  • R9 gibt Empfehlungen zu BVCM-Investitionen: SBTi empfiehlt dringend, dass Unternehmen Investitionen außerhalb ihrer eigenen Wertschöpfungsketten tätigen sollen, um GHG-Emissionen zusätzlich zu ihren kurz- und langfristigen wissenschaftlich basierten Zielen zu mindern. Das umfasst die jährliche Unterstützung von Projekten, Programmen und Lösungen, die quantifizierbare Vorteile für das Klima bieten, insbesondere solche, die zusätzliche positive Effekte für Menschen und die Natur erzeugen - zb. Waldklimaschutzprojekte. Doch was sind die Standards für diese Maßnahmen?

Momentan gibt es keine konkreten Standards für BVCM-Investitionen und deren Reporting.

Das wird sich 2024 ändern. SBTi arbeitet an einem umfassenden Leitfaden für Investitionen in BVCM Projekte, der Unternehmen Vorschläge und Handlungsrichtlinien vorgeben soll, was bspw. Reporting-Standards für BVCM angeht. Im Juni 2023 erfolgte eine Befragung durch SBTi an Unternehmen um herauszufinden, welche Aspekte von BVCM-Aktivitäten von SBTi geregelt werden sollen. Die Ergebnisse wurden im September von der Initiative zusammengefasst veröffentlicht. Daraus lässt sich ableiten, welche Bereiche dieses Jahr geregelt werden.

Es ist zu erwarten, dass die Initiative Richtlinien zu Claims, Qualitätskriterien, Reporting Standards usw. entwickeln und veröffentlichen wird und davon auszugehen, dass sich diese Vorgaben wahrscheinlich mit existierenden Standards und Initiativen decken werden. Was Sie jetzt tun können und warum Tree.ly Waldklimaschutzprojekte als BVCM-Investition nach SBTi geeignet sind, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Mehr als das “bare minimum”

Wieso es jetzt sinnvoll ist in BVCM Projekte zu investieren:

Wir konnten zeigen, wie sich der SBTi Corporate Net-Zero Standard zusammensetzt und welche klaren Anweisungen zur Entwicklung einer Best Practice Vorgehensweise vorgegeben werden. SBTi spricht die klare Empfehlung darüber aus, in Projekte außerhalb der Wertschöpfungskette zu investieren (BVCM) - trotz derzeitiger ungenauer bzw. fehlender Vorgaben durch SBTi, sind sofortige Investitionen in BVCM Projekte sinnvoll und notwendig.

Unsere Waldklimaschutzprojekte fallen in den Bereich der Emissionsredutkionen außerhalb der Wertschöpfungskette und stellen als NBS durch die natürliche Kohlenstoffsenkenleistung der Wälder vor allem Projekte zur Vermeidung von Emissionen dar, worüber hinaus die Neutralisation verbleibender Emissionen in geringerem Maße möglich ist.

Sie fragen sich womöglich wie Sie ein Tree.ly Waldklimaschutzprojekt im Rahmen des SBTi Corporate Net-Zero Standard in Ihren Nachhaltigkeitsbericht mitaufnehmen können? Wir haben hier zusammengefasst, wie unsere Credits in diesen Rahmen passen:

  • Carbon Credits kaufen, die Qualität haben

Unsere Methodik nach ISO-14064-2 ist erprobt und extern validiert. Sie wird den höchsten Qualitätsansprüchen in der Kategorie Waldprojekte gerecht. Somit stellen unsere Projekte ein sicheres und effektives Investment in BVCM auf Ihrem SBTi-Pfad dar. Unsere Zertifikate sind als Contribution Claims separat von etwaigen Offset-Zertifikaten in Ihrem Umweltreporting offenzulegen. Berücksichtigen Sie dabei auch die Anweisungen zu BVCM und der Nutzung von Carbon Credits des SBTi im Net-Zero Standard R9 und C12. Beachten Sie zudem die Vorgaben Ihres ESG- oder Nachhaltigkeitsreporting-Standards. Wir geben Ihnen gerne Beispiele und unterstützen Sie in der effektiven, transparenten Kommunikation Ihrer Beiträge.

  • Wir setzen auf Regionalität

Wir setzen auf regionalen Waldklimaschutz. Warum? In unserer Blogserie zu nachhaltiger Forstbewirtschaftung in Mitteleuropa (Link) machen wir eindeutig klar, warum europäische Wälder unseren positiven Impact mehr denn je benötigen. Unsere Projekte fördern das regionale Forstmanagement und den Erhalt sowie den Ausbau regionaler, natürlicher Kohlenstoffsenken - unsere Wälder in Europa. Investieren Sie in regionale Projekte, investieren Sie auch in deren Co-Benefits, die direkte Vorteile für die Region und die Menschen, die dort leben, haben.

  • Konkrete Maßnahmenpläne mit den Waldbesitzer:innen

Damit Sie mehr darüber erfahren, was nach Ihrer Investion in ein Tree.ly Porjekt für den Wald vor Ort getan wird, erstellen wir konkrete Maßnahmenpläne mit den Waldbesitzer:innen der Projektflächen und teilen transparent mit Ihnen, was konkret für den regionalen Klimaschutz umgesetzt werden soll. Sie erhalten Zugang zu unserem Projektregister und deren Dokumentationsplänen. Außerdem wollen wir Ihnen und Ihren Mitarbeiter:innen ermöglichen, eine Auszeit im Wald zu nehmen: Wir helfen Ihnen gerne dabei und organisieren ein walk & talk zwischen Ihnen und dem Waldbesitzer der Porjektfläche, die sie unterstützen.

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Quellen: alle öffentlich zugänglich.

  • SBTi Progress Report (2021). SCIENCE-BASED NET-ZERO Scaling Urgent Corporate Climate Action Worldwide, Version 1.2 – UPDATED JUNE 2022 Link

  • SBTi Corporate Net-Zero Standard (2023). SBTi CORPORATE NETZERO STANDARD Version 1.1 April 2023 Link